Der Kaiser von China


____Der Kaiser von China


Vor rund 2.200 Jahren steckt China inmitten einer Phase politischer Instabilitaet und steht kurz vor einem Machtwechsel. Die kaiserliche Regierung ist durch den zunehmenden Einfluss ehrgeiziger Provinzfuersten geschwaecht. Die staendigen Streitereien haben nur eins zum Ziel: Kaiser von China zu werden.

Durch das Ausspielen von Karten errichten die Spieler ihre Herrschaftshaeuser und bringen Abgesandte an die Hoefe der Provinzen.
So erhalten sie Machtpunkte fuer geschicktes Setzen ihrer Haeuser und fuer erfolgreiche Buendnisse zwischen ihren Abgesandten.
Bei Spielende gewinnt der Spieler mit den meisten Machtpunkten.

Der Kaiser von China von Abacusspiele,
Illustration: Michael Schacht,
3-5 Spieler, ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten.

Der Kaiser von China

Zum Spiel gehoeren
57 Provinzkarten, 100 Haeuser,
45 Abgesandte, 5 Punkte-
karten, 9 Wertungssteine,
5 Befestigungen und
1 Kaiser.

Der Kaiser von China ist eine ueberarbeitete Neuauflage des Spiels "Kardinal & Koenig".






1. Die Spieleentwicklung
2. Die Veraenderungen
3. Historisches
4. Eine kleine Analyse
5. Downloads


1. Die Spieleentwicklung

Wenn man die Urspruenge von "Der Kaiser von China" beleuchtet, muss man mit seinem Vorgaenger "Kardinal & Koenig" beginnen. Es handelt sich hierbei um eine Wiederveroeffentlichung in einer kompletten Neuueberarbeitung in Spielsystem, Material und Gestaltung.

K&K

Eine Spielidee, die keinen loslaesst ...

... z. B. den Autor:
Auch nach der Veroeffentlichung von Kardinal & Koenig" im Jahre 2000 habe ich mich als Autor immer wieder mit dem Spielsystem auseinandergesetzt.
So entstanden ueber die Jahre Erweiterungen wie "der Vatikan" oder "das Duell" und eine Kartenspiel-Umsetzung. Die Realisierung gestaltete sich jedoch schwierig. Mir blieb oft nichts anderes uebrig, als die Ideen in meinem kleinen Eigenverlag "Spiele aus Timbuktu" selbst zu verlegen, um sie moeglichst vielen interessierten Spielern zugaenglich zu machen.
Happy-End: Das "Kardinal & Koenig-Karten- spiel" wurde letztlich doch noch als "Richelieu und die Koenigin" veroeffentlicht und mit einem Platz auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2003 belohnt.

Richelieu

... z. B. die Spieler:
Auch fuenf Jahre nach dem Erscheinen, erfreut sich Kardinal & Koenig" immer noch grosser Beliebtheit.
Schon die ersten Reaktionen der Spieler bei der Prototypen-Praesentation 1999 auf der Spielemesse in Essen waren viel versprechend. Die wachsende Begeisterung der Spieler zeigte sich auf vielfaeltige Weise: So entstanden zum Beispiel mehrere gelungene Online-Umsetzungen und dann sogar eine Ausgabe als PC-Spiel.
Es folgten viele internationale Auszeichnungen, darunter auch ein Platz auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2000. "Kardinal & Koenig" hat in den Herzen der Spieler einen festen Platz gefunden.

... z. B. die Verlage:
Es ist eher ungewoehnlich, dass ein Spiel - kaum das es vom Markt genommen wurde - gleich wiederveroeffentlicht wird. Schaut man hinter die Kulissen, so versteht man warum: Erneut zeigt sich der Produktmanager verantwortlich, der auch am Entstehen des Vorgaengers beteiligt war. Diesmal allerdings ist es sein eigener Verlag - ABACUSSPIELE - bei dem nunmehr "Der Kaiser von China" erschienen ist.
Eine einfache Wiederveroeffentlichung im alten Gewand kam nicht in Frage. Mit dem Autor zusammen wurde also viel getueftelt und gedacht und verworfen und erfunden. Heraus gekommen ist eine umfassend ueberarbeitete Neuauflage, fuer die sich erneut die internationalen Verlagspartner gewinnen liessen.

Aller Anfang war schwer
Ueber die Zeit hatten sich viele Ideen und Varianten angesammelt. Daher erschien es zuerst einfach, dem Spiel Neues mitzugeben.
Ende 2003 begann die Selektion und Hinterfragung der verschiedenen Ansaetze. Anfang des folgenden Jahres stand der Prototyp. Die Tests waren recht vielversprechend. Trotzdem sollten in einem der Boedefelder Spieleseminare alle Veraenderungen noch mal so richtig in die Mangel genommen werden. Das Ergebnis war enttaeuschend. Keine der vorgenommenen Korrekturen verbesserte das Spiel wirklich - unterm Strich nur eine Variante des Vorlaeufers ohne echte Daseinsberechtigung.
Ziemlich schnell kam man zu der Entscheidung, alles zu verwerfen und sich in erster Linie auf eindeutige Verbesserungen am Spielsystem zu konzentrieren.
Die folgenden Monate Entwicklung brachten schliesslich eine Reihe kleiner Veraenderungen und die Gewissheit, nun endlich auf dem richtigen Weg zu sein.

2a. Die Veraenderungen

Warum ein gutes Spiel veraendern?
Eine Wiederveroeffentlichung bietet Verlag und Autor immer eine gute Chance, Dinge besser zu machen. Dabei sollten die Veraenderungen aber nicht allein nur um der Veraenderung willen erfolgen, sondern eine tatsaechliche Weiterentwicklung sein.
Allem voran stand der Gedanke das Spiel einer groesseren Gruppe von Menschen zugaenglich zu machen. Dazu wurden kleine Veraenderungen vorgenommen, die den Einstieg vereinfachen. Stellvertretend dafuer ist hier die neue Wertung zu nennen. Sie laesst den Anfaenger schneller die moeglichen Taktiken erkennen und bietet mehr Uebersicht ueber die aktuelle Spielsituation.
Es wurden aber auch neue Elemente einge- bracht, um die spielerischen Moeglichkeiten zu erweitern. Hier sind vor allem die "Befestigungen" und das doppelseitige Spielbrett zu nennen.
"Der Kaiser von China" hat also ein paar kleine, aber entscheidende Veraenderungen gegenueber dem Vorgaenger erfahren, die dem Spiel einfach gut tun. Das werden auch die Freunde von Kardinal & Koenig" zu schaetzen wissen.

2b. Die Veraenderungen im Detail
A) Die Wertung:
Die Zwischenwertung ist entfallen. Dadurch werden die Abgesandten (vormals Raete) und die Strassen wichtiger.
Provinzen, in denen bereits alle Hausfelder besetzt sind, werden sofort abgerechnet und markiert. Dieses ist etwas ungewohnt fuer den Kardinal & Koenig-Spieler, bietet aber waehrend des Spiels bessere Uebersicht ueber den Punktestand.

B) Das doppelseitige Spielbrett:
Die eine Seite ist fuer 3 bis 4 Spieler - die andere Seite fuer 4 bis 5 Spieler. Der Unterschied liegt im Ausbau der Strassenverbindungen. Dadurch ist die Schwierigkeit ein Strasse zu bilden trotz unterschiedlicher Spielerzahl vergleichbar. Ausserdem bietet es die Abwechslung fuer 4 Spieler mit unterschiedlichem Plan spielen zu koennen.

C) Die Befestigungen:
Ein zusaetzlicher Spielstein ermoeglicht es die Punkte der Haueser einer Provinz und einer Strasse zu verdoppeln. Das knifflige daran ist, das es mit ein und dem selben Spielstein passiert. Man muss ihn moeglichst geschickt einsetzen, denn man hat nur einen und man moechte ja auch die groesstmoegliche Punktzahl damit erreichen. Mit der Befestigung wird die Bedeutung der Strassen aufgewertet.

D) Die Auslage:
Zwei Karten mehr in der Auslage zu haben, ist erstmal eine unauffaellige Korrektur. Konnte im Vorlaeuferspiel schon mal ein Spieler vom Kartenpech arg gebeutelt werden, so wird das nun relativiert. Hat man einmal drei verschiedene Karten, besteht nun stets die Chance in der naechsten Runde bessere Karten zu haben.

2c. Ein Spiel bekommt ein neues Gesicht
Kaum eine Woche vergeht, in der die Medien nicht gross ueber das momentan wohl spannendste Land der Welt berichten: China.
Ein Land voller Gegensaetze und mit einer unglaublich packenden Geschichte. Eine faszinierende Welt voller Mythen und Legenden, mit dem sich ein gutes Spiel von seiner besten Seite praesentieren kann.






















3. Der historische Hintergrund
Die aelteste noch lebendige Kultur der Welt ist China. Erfindungen wie das Papier, die Seide, das Schwarzpulver oder das Porzellan haben u. a. Europas Kultur nachhaltig beeinflusst. Vieles hat die lange Zeit nachhaltig ueberdauert: die chinesischen Schriftzeichen z. B. sind ueber 3000 Jahre alt. China ist auch die Quelle vieler Errungenschaften auch in anderen Bereichen: Kampfsportarten wie Kung Fu, die Lehren Laotses und Kunfuzius sowie die Aktupunktu - um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Die Anfaenge der chinesischen Kultur am gelben Fluss im Norden liegen ungefaehr 5000 Jahre zurueck. Es bildeten sich zunaechst mehrere kulturell und strukturell weit entwickelte Staaten. Die Staaten wurden erstmals 211 v.Chr. Qin Shi Huang Ti einte 211 v.Chr. China als erster Kaiser. Die Qin-Dynastie war jedoch nur von kurzer Dauer.
Es folgte die Han-Dynastie mit seinen 14 Kaisern und nach ihr der Zerfall des Landes in mehrere Teilstaaten. Bis ins 20. Jahrhundert wurde das Land immer wieder vereint und von neuen Kaisern regiert. Massgeblich fuer die Entwicklung waren immer wieder Aufstaende und die Angriffe der noerdlichen Barbarenvoelker.

Die Qin-Dynastie (221-202 v.Chr.)
Die Qin waren eines der sieben Koenigreiche (Han, Wei, Chao, Qi, Yan, Qin und Chu), die ueber lange Zeit einen Machtkampf um die Herrschaft im Reich austrugen. Der Koenig der Zhou-Dynastie war zwar der rechtmaessige Herrscher des Reiches, konnte sich gegen die unabhaengigen Fuerstentuemer aber nicht durchsetzen. Der Ursprung der Qin war im Westen in der heutigen Provinz Shaanxiund bat in der Genzlage einen entscheidendenVorteil. Qin war stets gezwungen, sich gegen Barbarenstaemme aus dem Westen zu wehren und konnte sogar spaeter sein Gebiet nach Westen hin ausdehnen.
Durch geschickte Buendnispolitik und eine gut organisierte Armee, konnte Qin nach und nach die gegnerischen Staaten fuer sich gewinnen (Han, 228 v.Chr. Zhao, 225 v.Chr. Wei, 223 v.Chr. Chu, 222 v.Chr. Yan, 221 v.Chr. Qi) und die Vereinigung Chinas abschliessen. Der Fuerst nahm den schliesslich den Titel Shi Huangdi an ("erster Erhabener Goettlicher") und begruendete damit die Qin-Dynastie.
Die Hauptstadt des Reiches war in Xianyang und es erstreckte sich ueber die heutigen Provinzen Shaanxi im Westen bis Shandong im Osten und Teile Liaonings im Norden. Unter den Qin wurden viele Reformen und Vereinheitlichungen durchgefuehrt. Vereinheitlicht wurden Masse und Gewichte, ein strenges Steuersystem eingefuehrt und das Rechtssystem reformiert. Durch die Vereinheitlichung der Masse und Gewichte wurde der Warenaustausch erleichtert. es wurden runde Kupfermuenzen mit quadratischem Loch als Zahlungsmittel eingefuehrt und auch die Schriftzeichen wurden vereinheitlicht.
Kaiser Qin Shi Huangdi Er liess zahlreiche Palaeste und Kanaele erbauen. Zu den beruehmtesten Bauwerken der Welt gehoeren die Grosse Mauer und die beruehmte Terrakotta-Armee als ein riesiger Teil einer Grabanlage in Xian.
Nachfolger wurde sein juengerer Sohn, der den Namen Er Shi Huangdi ("zweiter Kaiser") annahm. Er fuehrte die Plaene seines Vaters fort, was zu einem Aufstand und 207 v. Chr. zu seiner Ermordung fuehrte. Liu Bang, der spaeter die Han-Dynastie gruendete, zog als Anfuehrer des Bauernaufstandes im selben Jahr in die Hauptstadt ein.

Die Han-Dynastie (202 v.Chr. - 220 n.Chr.)
Nachdem Liu Bang den Streit um die Nachfolge gewann, bestieg er als Kaiser Gao-Zu den Thron. Die folgende sogenannte Han-Dynastie zaehlt zu den glorreichsten Epochen chinesischer Geschichte.
Um ihre Herrschaft wieder ueber die abtruennigen Teilstaaten zurueck zu gewinnen, uebernahm man in abgeschwaechter Form das streng zentralisierte System der Qin.
Unter den 14 Kaisern der Dynastie ragt einer besonders heraus. Mit 15 Jahren uebernahm Han Wudi 127 v. Chr. den Kaiserthron. Er vergroesserte das Reich bis nach Korea im Nordwesten, und bis Yunnan im Sueden.
Han Wudi fuehrte eroeffnete 124 v.Chr. eine Akademie, an der alle Beamte in den Werken des Konfuzius geschult wurden. Damit erreichte er, dass das konfuzianische Ideal der Loyalitaet der Beamten zum Kaiser gefoerdert wurde. Ausserdem fuehrte er staatliche Monopole ein und verschaffte so dem Staat Geld.
Ueber die Zeit wurden die, durch hohe Steuern belasteten kleinen Bauern, immer unzufriedener. Wang Mang nutzte dies aus, liess sich zum Kaiser kroenen und rief die Xin-Dynastie aus. Rund 20 Jahre spaeter konnten die Han die Macht zurueck gewinnen. Es folgten die erneute Herrschaft mit den letzten neun Kaisern der Han-Dynastie.
Erneute Bauernaufstaende fuehrten 220 n.Chr zum Ruecktritt des Kaisers Han Xiandi und hinter liessen das Land bis zum Jahr 589 in mehrere Staaten zersplittert

Die Grosse Mauer
Ueber 6700 Kilometer erstreckt sich die "Grosse Mauer" von der Ostkueste bis zur Wueste Gobi. Unter Kaiser Qin Shihuangdi begann vor rund 2200 Jahren der Bau der chinesischen Mauer im geeinten China der Qin Dynastie. In dieser Zeit wurden die von einander getrennten Mauern, der zuvor unabhaengigen Koenigreiche zu einer Mauer verbunden.
Die Mauer war eigentlich als Schutz gegen die pluendernden Nomadenstaemme des Nordens gedacht, wurde aber eher als eine Art Strasse durch die Berge Nord- und Zentralchinas genutzt. Rauchsignale von Turm zu Turm boten ueber dies hinaus schnelle Uebermittlung von Nachrichten ueber Feindbewegungen.
In spaeteren Dynastien wurde die Mauer erweitert - die heutigen Ueberreste stammen aber vor allem aus der Ming Dynastie, in der man mit haltbaren Werkstoffen baute.


4. Eine kleine Analyse

Leicht werden die Vorteile fruehzeitigen Setzens von Abgesandten unterschaetzt.
Das kleine folgende Beispiel an Hand von Spieler Blau soll dies verdeutlichen.

1. Zug: Blau eroeffnet eine Provinz und darf nur ein Haus setzen.

Die anderen beiden Spieler setzen ebenfalls in diese Provinz.

2. Zug: Blau setzt ein weiteres Haus und hat sich somit die Haueser-Mehrheit gesichert.
Abgeandte will Blau erst spaeter im Spiel setzen. Setzt er dann spaeter in dieser Provinz einen Abgesandten ein, muss er einen 3. Zug machen. Es kann natuerlich dann auch sein, dass er dort keinen Abgesandten mehr setzen kann, weil ihm andere bereits zuvor gekommen sind.

2. Zug alternative:
Blau haette natuerlich ausser dem Haus auch gleich einen Abgesandten setzen koennen. Fuer beides haette er sich dann Mehrheiten gesichert.
Dieses ist nur ein beispielhafter Spielverlauf und setzt natuerlich voraus, dass man die entsprechenden Karten auch hat.


5. Downloads

Extras und Ueberraschungen
- Die Spielregeln
- Die Spielregeln in englisch
- Die Kurzregeln als Karten
- China zu Zweit: Das Duell
- Neuer Spielplan:
Grenzsteitigkeiten NEU
http://spiele-aus-timbuktu.de/
planneu.html

Weiteres in Vorbereitung ...

Eine kleine kostenlose Erweiterung zu China gibt es auf der Messe in Essen 2005 am Stand von Abacus Spiele. Solange der Vorrat reicht.
Diese gibt es nun auch zum downloaden